SOUNDBAR – „Akita Mani Yo“ (Intono Records); VÖ: 16.10.2015

Cover Soundbar - Akita Mani Yo

Manchmal stolpert man über ein Album, das einen aus den Latschen kippen lässt – und manchmal über eins, das einem diese Latschen erst richtig festzurrt, damit man nicht umfällt. „Akita Mani Yo“ von SOUNDBAR gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Hier gibt es keine müden Standard-Beats oder belanglosen Texte – nein, hier wird Hip-Hop mit einer Prise Pop und Rock gewürzt, als hätte jemand einen musikalischen Foodtruck mitten in eine Großstadtoase gestellt.

Schon der Titel des Albums, „Akita Mani Yo“, klingt nach tiefer Weisheit und könnte ebenso gut ein exklusiver Cocktail in einer Hipster-Bar sein. Tatsächlich stammt der Begriff aus der Sprache der Lakota-Indianer und bedeutet so viel wie „Beobachte alles um dich herum“ – und genau das sollte man auch tun, wenn man sich dieses Werk zu Gemüte führt. Denn hier passiert so einiges. Der Opener „Mississippi“ schleicht sich an wie eine Katze auf Beutezug – erst sanft, dann plötzlich mit einem Beat, der einem in die Beine fährt. Man fühlt sich wie auf einer nächtlichen Autofahrt durch eine fremde Stadt, irgendwo zwischen Melancholie und Abenteuerlust. „Lass dich fallen“ hingegen ist der Song, bei dem man am liebsten mit geschlossenen Augen und offenen Armen auf einer Wiese stehen würde – während ein paar Wolken Hip-Hop-Versen lauschen. Klingt kitschig? Mag sein. Funktioniert trotzdem.

Besonders charmant wird es mit „Antiheld“ – ein Track, der so selbstbewusst mit Rollenklischees jongliert, dass selbst ein Zirkusdirektor anerkennend nicken würde. Hier trifft kritischer Text auf smarte Beats, die so eingängig sind, dass sie einem noch Stunden später im Kopf herumspuken. „Über Flüsse“ nimmt dann nochmal Tempo raus und lädt zum Sinnieren ein – ein musikalischer Spaziergang, der gleichzeitig chillig und bedeutungsschwanger daherkommt.

Produktionstechnisch zeigt sich das Album von seiner besten Seite: Die Beats sind klar, die Arrangements durchdacht, und nichts wirkt überladen oder unnötig aufgeplustert. Hier wurde offensichtlich mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, ohne sich in übertriebener Perfektion zu verlieren. „Akita Mani Yo“ ist ein Album für Menschen, die Musik nicht nur hören, sondern fühlen wollen. Es ist ein Werk, das nachdenklich macht, aber gleichzeitig mitreißt – wie ein guter Freund, der einen tiefgründigen Gesprächsabend ankündigt und dann doch spontan mit einem auf eine verrückte Reise geht. Ein echtes Erlebnis – und definitiv eine Empfehlung für alle, die auf intelligente Texte, atmosphärische Beats und eine feine Prise musikalische Experimentierfreude stehen.