
Ah, „Honeymoon“. Ein Album wie ein altmodischer Hollywood-Film, aber mit einer Prise postmoderner Ironie und einer ordentlichen Portion Melancholie – also genau das, was man von LANA DEL REY erwartet. „Honeymoon“ ist das musikalische Äquivalent zu einem verregneten Sonntag, an dem man sich in einen Samtsessel sinken lässt und einen schwarz-weiß-Film schaut, während man sich fragt, ob Glamour wirklich alles ist, wofür es sich lohnt zu leben. Spoiler: Laut LANA ist es das.
Das Album ist klanglich ein Traum – wortwörtlich. Mit schwelgenden Streichern, langsamen Beats und DEL REYS samtiger Schlafzimmer-Stimme transportiert es uns in eine Welt, in der alles irgendwie ein bisschen zu schön und gleichzeitig zu tragisch ist, um wahr zu sein. Der Opener „Honeymoon“ stellt sofort klar, dass hier keine Partymusik zu erwarten ist – es sei denn, es handelt sich um eine sehr elegante Trauerfeier. Mit Songs wie „High By The Beach“ zeigt DEL REY jedoch, dass sie auch die moderne Welt nicht ganz ignoriert. Der hypnotische Beat und die lakonischen Texte sind ein gelungener Kontrast zur cineastischen Nostalgie des restlichen Albums. Und dann ist da noch „Salvatore“, ein Track, der klingt, als wäre er aus einem sehr skurrilen italienischen Arthouse-Film entnommen. „Cacciatore?“ Wirklich, LANA?
Die Texte sind typisch DEL REY: voll von Glamour, Herzschmerz und einer Prise Drama. Ob sie nun von unerfüllter Liebe oder vom schwarzen Tag singt, an dem alles den Bach runterging – man glaubt ihr jedes Wort, selbst wenn man weiß, dass sie die Königin der stilisierten Traurigkeit ist.
Kritik? Nun, wer Dynamik und Abwechslung sucht, sollte vielleicht woanders schauen. Aber mal ehrlich: Wer ein LANA-DEL-REY-Album startet, will doch genau diese durchgehende, süß-bittere Schwermut.
„Honeymoon“ ist ein Album für Genießer – oder für alle, die gerne mit einem ironischen Lächeln in den Abgrund blicken. Danke, LANA, für dieses cineastische Meisterwerk, das uns daran erinnert, dass Traurigkeit manchmal einfach wunderschön ist.



