GOD MODULE – „False Face“ (Metropolis); VÖ: 11.03.2014

GOD MODULE – „False Face“ (Metropolis); VÖ: 11.03.2014

Cover GOD MODULE - "False Face"

Mit False Face präsentieren GOD MODULE ihr mittlerweile sechstes Studioalbum und bleiben dabei ihrer düsteren, tanzflächenorientierten Linie weitgehend treu. Die Mischung aus Harsh Electro, Industrial und Horrorfilm-Atmosphäre ist erneut das Markenzeichen des Projekts um JASYN BANGERT, das sich thematisch mit Masken, Identitätsverlust und inneren Abgründen auseinandersetzt. Der Albumtitel verweist nicht nur auf rituelle Symbolik, sondern auch auf die psychologischen Maskenspiele des modernen Menschen – und wird in elf Tracks konsequent umgesetzt. Musikalisch bietet False Face gewohnt druckvolle Beats, verzerrte Vocals und dichte Synth-Arrangements. Songs wie A Good Night To Die und The Mark überzeugen mit eingängigen Hooks und clubtauglicher Härte. Die Produktion ist auf hohem Niveau, klarer und durchdachter als noch auf älteren Alben wie Viscera oder Empath. Dennoch mehren sich auch kritische Stimmen: Der eine oder andere Track – etwa Destroy The Day – bewegt sich mit seinen Leadsynths verdächtig nahe am Rand zum Eurodance, was insbesondere im Kontext der düsteren Thematik etwas ungewollt wirkt.

Ein besonderer Fall ist Through The Noise, das mit seiner melancholisch-atmosphärischen Ausrichtung und den cleanen Vocals stilistisch deutlich aus dem Rahmen fällt. Zwar zeigt sich hier eine spannende Facette von GOD MODULE, doch der Bruch mit dem restlichen Material ist stark genug, um die dramaturgische Kohärenz des Albums zu stören. Als Einzeltrack überzeugend, als Teil des Gesamtwerks jedoch etwas fehlplatziert. Die limitierte Edition enthält Remixe von Szenegrößen wie iVARDENSPHERE und ALTER DER RUINE, die den harschen Charakter des Originals durch verschiedene klangliche Perspektiven erweitern. Diese Zugaben werten die Veröffentlichung zusätzlich auf und zeigen die Vielseitigkeit des Ausgangsmaterials. Unterm Strich bleibt False Face ein solides Album, das seine Stärken vor allem in der klanglichen Dichte, der clubtauglichen Energie und der thematischen Geschlossenheit zeigt – wenn man kleinere stilistische Ausreißer in Kauf nimmt. Für Fans der Band zweifellos ein Pflichtkauf, für Neulinge ein brauchbarer, wenn auch nicht ganz repräsentativer Einstieg.