
Manchmal braucht die Welt einfach ein Album, das klingt, als wäre es von einer Horde wütender Propheten in einem Keller aufgenommen worden. KILLING JOKE haben mit „Hosannas From The Basements Of Hell“ genau das abgeliefert – eine Platte, die wie ein endzeitliches Ritual daherkommt und uns gleichzeitig mit einem verschmitzten Grinsen fragt: „Habt ihr wirklich geglaubt, wir würden jemals zahm werden?“
Schon der Albumtitel ist ein Gedicht für sich. „Hosannas“ klingt nach Heiligem, „Basements of Hell“ eher nach der Garage einer Metalband, die die Instrumente nicht stimmen kann – eine perfekte Kombination für diese musikalische Apokalypse. Man kann sich beinahe vorstellen, wie Jaz Coleman und Co. in Prag, umgeben von Kerzen, Weihrauch und vielleicht einer Prise Wahnsinn, diese Songs eingespielt haben.
Der Sound? Oh, der Sound! Vergesst eure polierten, glattgebügelten Produktionen. „Hosannas…“ ist so roh, dass man sich beim Hören fast einen Splitter einfängt. Geordie Walker’s Gitarre brüllt, knurrt und dröhnt, als würde sie direkt aus einem Dimensionsportal kommen. Paul Raven’s Bass knurrt dazu wie ein alter Straßenkater, und Ben Calverts Schlagzeug klingt, als hätte er heimlich einen Götterblitz in seine Drumsticks geschmuggelt. Und Jaz Coleman? Nun, er ist und bleibt der Schamane dieser verrückten Truppe, halb Prediger, halb Wahnsinniger, komplett brillant.
Thematisch liefert uns die Band einmal mehr eine Mischung aus Weltuntergangsstimmung und spiritueller Erleuchtung. „Hosannas From The Basements Of Hell“ – der Song, nicht nur das Album – ist so episch, dass er die meisten Actionfilme vor Neid erblassen lassen würde. „Invocation“ klingt, als würde man eine geheime Beschwörung belauschen, während „This Tribal Antidote“ uns daran erinnert, dass wir alle Teil eines riesigen, chaotischen und manchmal herrlich absurden Stammes namens Menschheit sind.
Doch was macht dieses Album im Kontext der Bandgeschichte so besonders? KILLING JOKE hatten immer ein Talent dafür, sich neu zu erfinden, ohne ihre Seele zu verlieren. „Hosannas…“ ist die logische Weiterentwicklung ihres Comebacks von 2003 und gleichzeitig eine Reise zurück zu den Ursprüngen ihrer Wildheit. Es ist so, als hätten sie sich gesagt: „Warum nicht einfach die Welt niederreißen und schauen, was darunter liegt?“ Und wir lieben sie dafür.
Kritiker könnten sagen, dass das Album übertrieben oder gar chaotisch ist, aber das ist genau der Punkt. Chaos ist das Herz dieser Band, und „Hosannas…“ ist der tönende Beweis, dass aus Chaos manchmal die besten Werke entstehen. Es ist roh, es ist laut, und es ist absolut furchtlos.



